Haus-Geschichte
Unsere Aktivitäten
Vielfalt kennzeichnet die Aktivitäten des Medienhauses Lensing. Mit Zeitungsverlagen, Druckereien, Call Center, Internet-Angeboten, Beteiligungen an Anzeigenblättern und lokalen Radiosendern stellt es sich den Herausforderungen des Wettbewerbs.
Schwerpunkt ist seit mehr als 130 Jahren das Zeitungswesen: Sieben Titel gibt das Medienhaus Lensing im Münsterland und im Ruhrgebiet heraus: Ruhr Nachrichten, Dorstener Zeitung, Halterner Zeitung, Münstersche Zeitung, Grevener Zeitung, Münsterland Zeitung und Emsdettener Volkszeitung.

Zu viel zu tun - zu wenig Geld
Tremonia-VerlagshausEs begann mit einer Buchhandlung - gegründet von Heinrich Lensing, der als 32jähriger aus Emmerich am Niederrhein nach Dortmund kam und am 1. Juli 1870 sein Geschäft in der Innenstadt eröffnete. Bald wurde er von politisch engagierten Bürgern gebeten, über die Gründung eines Zeitungsverlages nachzudenken. Er winkte ab: Er habe zu viel zu tun und zu wenig Geld.

Heinrich Lensing hat es sich doch noch anders überlegt – Tremonianicht zuletzt auf Initiative seines jüngeren Bruders Lambert Lensing, der ihm 1871 nach Dortmund gefolgt war. Und so konnten Weihnachten 1875 die ersten 3000 Probenummern der „Tremonia“ in Dortmund verteilt werden – mit der Einladung zum Abonnement. Die erste reguläre Ausgabe erschien am 1. Januar 1876, die letzte im April 1945. Die Auflage fiel in der NS-Zeit von 48 000 auf 30 000.
Damit gehörte die bürgerliche Tremonia 1944 noch zu den 25 größten deutschen Zeitungen im Privatbesitz. Die Nationalsozialisten hatten die Zeitung zwar überleben lassen, um Pressefreiheit zu demonstrieren. Entscheidungen traf aber nicht mehr der Verleger Lambert Lensing, sondern der Polizeipräsident, ein SA-Obergruppenführer. Die Zeitung hatte zu oft zu kritisch berichtet und war immer wieder für ein paar Tage verboten worden. Bis Kriegsende erschien sie nun unter Aufsicht der Nationalsozialisten.
Ein Blick in den Parlamentarischen Rat.Lambert Lensing - am Tisch vorn rechts - wurde 1948 vom nordrhein-westfälischen Landtag in den Parlamentarischen Rat gewählt, der das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland entwickelte.Es dauerte danach vier Jahre, bis das Verlagshaus wieder die Lizenz zur Herausgabe einer Zeitung erhielt. Erteilt wurde sie zum 1. März 1949 an Lambert Lensing, der damals für die CDU im Parlamentarischen Ruhr NachrichtenRat an der Entwicklung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland mitwirkte. Die „Ruhr Nachrichten“ starteten als Nachfolgerin der Tremonia mit einer Auflage von 120 150 Exemplaren, davon 31 500 in Dortmund.

Heftiger Wettbewerb
Zwischen den Zeitungsentwicklungen in Dortmund und Münster sind Parallelen zu erkennen.Reproduktion eines Aquarells von Determeyer - "Das Verlagsgebäude der Münsterschen Zeitung an der Neubrückenstraße". Aus dem Buch "100 Jahre Münstersche Zeitung" 1871 gründete der Buchhändler Carl Josef Fahle in Münster den Zeitungsverlag zur Herausgabe des „Münsterschen Tageblattes“, das 1897 in „Münstersche Zeitung“ umbenannt wurde. Sie wurde 1944 auf Druck der Nationalsozialisten eingestellt und durfte erst 1949 wieder erscheinen.
Ab September 1949 entbrannte ein heftiger Wettbewerb unter den Zeitungsverlagen in Deutschland, da die Lizenzzeit endete und die Besatzungsmächte ihren Einfluss auf Zeitungsgründungen verloren. Viele Zeitungsverlage drängten mit ihren traditionellen Blättern zurück auf den Markt und kämpften um die knappen Papierlieferungen.

In Ahaus erschienen die Ruhr Nachrichten unter dem  Titel „Ahauser Kreiszeitung“. Von Buchdruckermeister Wilhelm Meyer im April 1881 als „Ahauser Kreisblatt“ gegründet, war sie 1919 vom Verleger Lambert Lensing mit Druckerei und Verlag übernommen worden. 1981 feierte sie das 100-jährige Jubiläum, seit 1993 heißt sie „Münsterland Zeitung“.

1949 kamen die Dorstener Volkszeitung und die Halterner Zeitung zum Verlagshaus Lensing. Die Dorstener Volkszeitung war aus dem 1851 gegründeten Dorstener Wochenblatt entstanden und heißt seit 1998 „Dorstener Zeitung“. Wie die Halterner Zeitung schied sie beim Wechsel zu den Ruhr Nachrichten aus dem Zeno-Zeitungsverbund (Zeitungsverlagsgesellschaft Nordwestdeutschland) aus.

Starke Partner
Die Münstersche Zeitung gehört seit der Übernahme der C.J. Fahle GmbH 1986 zum Verlagshaus Lensing. Ihre Auflage lag damals bei rund 40 000 Exemplaren täglich. Damit gewann der Verlag einen Partner, der schon in den 70er Jahren die ersten Satzcomputer in Dienst gestellt hatte und 1983 über die erste Offset-Zeitungsrotation verfügte. 2001 brachte die Münstersche Zeitung eine neue Ausgabe für Neuenkirchen und Wettringen heraus.

Erneut erhielt die Zeitungsgruppe um Ruhr Nachrichten und Münstersche Zeitung 1989 Zuwachs durch die „Emsdettener Volkszeitung“, die Heinrich Lechte 1897 in Münster gegründet hatte. Auch er war ein für die Nationalsozialisten unbequemer Verleger: Sie enteigneten ihn wegen „Beleidigung des Führers“. Heinrich Lechte erhielt 1949 das Zeitungsverlagsrecht zurück.

Die heute sieben Zeitungstitel mit mehr als zwei Dutzend Lokalausgaben haben sich unter dem Dach des Medienhauses Lensing weiter entwickelt. Zu bedeutenden Informations- und Werbeträgern mit Schwerpunkten im östlichen Ruhrgebiet und im Münsterland.


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